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Die Silberregion Karwendel verbindet wilde Natur, stille Wanderwege und jahrhundertealte Bergbaugeschichte. Während meines Aufenthalts führte mich der Weg durch die eindrucksvolle Wolfsklamm bis zum Kloster St. Georgenberg, über den entschleunigenden Weg der Sinne und schließlich tief unter die Erde in das Silberbergwerk Schwaz.
Die Silberregion Karwendel liegt eingebettet zwischen dem Karwendelgebirge, den Tuxer Alpen und dem Inntal. Viele Reisende passieren die Gegend auf dem Weg zum Achensee oder ins Zillertal. Dabei lohnt es sich, hier bewusst länger zu bleiben.
Meine Tage in der Region zeigten mir, wie abwechslungsreich Tirol auf engem Raum sein kann: rauschendes Wasser und steile Felswände, stille Waldwege, unerwartete Tierbegegnungen und eine Geschichte, die tief unter der Erde verborgen liegt.
Durch die Wolfsklamm bis St. Georgenberg
Nach der Anreise bezog ich zunächst mein Zimmer im Gasthaus Hotel Rieder in Jenbach. Noch am selben Nachmittag begann das erste große Naturerlebnis: die Wanderung durch die Wolfsklamm.

Über Holzstege, schmale Wege und zahlreiche Stufen führt die Route dicht am Stanser Bach entlang. Das Wasser rauscht durch die enge Schlucht, stürzt über Felsen und sammelt sich immer wieder in smaragdgrünen Becken. Die Wolfsklamm zählt mit ihren 354 Stufen und ihren Holzbrücken zu den bekanntesten Naturerlebnissen der Silberregion.






Mit dem Ende der eigentlichen Klamm ist die Wanderung jedoch noch lange nicht vorbei. Der Weg führt weiter bergauf in Richtung St. Georgenberg. Kurz vor dem Ziel überquert man die markante überdachte Holzbrücke, deren steinerner Unterbau aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt. Dahinter liegt das auf einem Felsen errichtete Kloster, das als ältester Wallfahrtsort Tirols gilt.


Für mich wurde dieser Abschnitt zu einem ganz besonderen Erlebnis. Oberhalb der Klamm entdeckte ich plötzlich Gämsen in freier Wildbahn – darunter sogar ein Muttertier mit seinem Kitz. Solche ungeplanten Begegnungen sind es, die eine schöne Wanderung unvergesslich machen.

Zurück ging es nicht durch die Klamm, sondern über den alternativen Rundweg in Richtung Stans. Für die gesamte Tour sollte man ungefähr drei Stunden einplanen. Laut offizieller Routenbeschreibung ist der Abstieg durch die Wolfsklamm nicht erlaubt.
Am Abend warteten im Gasthaus Hotel Rieder ein gutes Essen und die wohlverdiente Erholung.

Der Weg der Sinne am Hochpillberg
Für den folgenden Tag war ursprünglich eine längere Etappe des Tiroler Silberpfads vorgesehen. Aufgrund der hohen Temperaturen entschieden wir uns jedoch bewusst für eine kürzere Alternative: den Weg der Sinne am Hochpillberg. Das war an diesem heißen Tag genau die richtige Wahl.

Die einfache Rundwanderung führt durch Wald und alpine Landschaft und verbindet Bewegung mit Kunst, Wahrnehmung und Entschleunigung. Entlang des Weges liegen ungewöhnliche Stationen wie der Sternengarten, das Tor der sechs Sinne und verschiedene Kunstwerke, die sich teilweise erst auf den zweiten Blick zwischen Bäumen und Wiesen entdecken lassen.



Besonders reizvoll ist, dass man den Untergrund ganz bewusst wahrnehmen soll. Abschnitte führen über Gras, Wurzeln, Kieselsteine, Moos und sogar durch kaltes Gebirgswasser. Einige Bereiche zwischen den Bachquerungen können barfuß begangen werden. Dadurch wird aus einer leichten Wanderung ein kleines Naturerlebnis, bei dem nicht das schnelle Erreichen eines Ziels im Mittelpunkt steht.


Die offizielle Route ist etwa fünf Kilometer lang, weist rund 180 Höhenmeter auf und dauert ungefähr zwei Stunden. Sie beginnt am Parkplatz Hochpillberg, wobei alternativ auch ein Einstieg bei Grafenast oder an der Kellerjochbahn möglich ist.



Gerade bei großer Hitze war diese kürzere, überwiegend angenehm zu gehende Tour eine gute Möglichkeit, die Landschaft trotzdem aktiv zu erleben. Der Tag endete gemütlich im Gasthaus Hotel Rieder. Das Reiseprogramm sah für diesen Tag ursprünglich eine andere Wanderung vor; der Weg der Sinne wurde vor Ort als wettergerechte Alternative gewählt.
Unter Tage im Silberbergwerk Schwaz
Am dritten Tag wechselte die Perspektive vollständig. Statt über Waldwege ging es nun tief hinein in das Silberbergwerk Schwaz.

Mit der Grubenbahn fährt man in das weit verzweigte Stollensystem ein. Dort wird schnell deutlich, welche Bedeutung der Bergbau für Schwaz und ganz Tirol hatte. Im 15. und 16. Jahrhundert gehörte Schwaz zu den wichtigsten Bergbauzentren Europas. Silber und Kupfer brachten Wohlstand, verlangten den Bergleuten aber zugleich enorme körperliche Leistungen unter schwierigen Bedingungen ab.


Während der Führung bekommt man einen Eindruck davon, wie mühsam der Vortrieb durch den Fels war und wie dunkel, eng und gefährlich der Arbeitsalltag unter Tage gewesen sein muss.


Mich beeindruckten vor allem die Dimensionen des Stollensystems und die Vorstellung, dass viele Bereiche mit einfachsten Werkzeugen geschaffen wurden. Das Silberbergwerk ist deshalb nicht nur eine klassische Sehenswürdigkeit, sondern ein Ort, an dem die Geschichte der gesamten Region nachvollziehbar wird.


Nach der Führung ging es zum Mittagessen in die direkt neben dem Bergwerk gelegene Knappenkuchl. Damit endete mein Aufenthalt in der Silberregion Karwendel, bevor die Reise in eine andere Tiroler Region weiterführte.

Unterkunftstipp: Gasthaus Hotel Rieder
Das Gasthaus Hotel Rieder in Jenbach war während dieser Tage mein Ausgangspunkt. Die Lage eignet sich gut für Touren zur Wolfsklamm, nach Schwaz und in weitere Teile der Silberregion. Besonders angenehm war, nach den Wanderungen direkt im Haus essen und den Tag ohne weitere Fahrt ausklingen lassen zu können.
Mein Fazit zur Silberregion Karwendel
Die Silberregion Karwendel lässt sich nicht auf ein einziges Landschaftsbild reduzieren.
In der Wolfsklamm erlebt man die Kraft des Wassers, rund um St. Georgenberg jahrhundertealte Kultur und mit etwas Glück sogar Gämsen in freier Natur. Der Weg der Sinne zeigt die ruhige, entschleunigende Seite der Region. Im Silberbergwerk Schwaz wird schließlich sichtbar, wie eng Tirols Geschichte mit dem Bergbau verbunden ist.
Gerade diese Mischung aus Natur, Bewegung und Kultur macht die Region für einen Kurzurlaub besonders interessant. Wer Tirol nicht nur durchqueren, sondern wirklich kennenlernen möchte, sollte hier mehrere Tage einplanen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Wanderung durch die Wolfsklamm?
Für die vollständige Rundtour durch die Klamm, weiter bis St. Georgenberg und zurück nach Stans sollte man ungefähr drei Stunden einplanen. Die Route umfasst rund sieben Kilometer.
Kann man durch die Wolfsklamm zurückgehen?
Nein. Der Abstieg durch die Klamm ist laut offizieller Routenbeschreibung verboten. Der Rückweg erfolgt über den ausgeschilderten Rundweg beziehungsweise den Kreuzweg in Richtung Stans.
Ist der Weg der Sinne schwierig?
Der Weg der Sinne ist eine einfache Rundwanderung von etwa fünf Kilometern mit rund 180 Höhenmetern. Er eignet sich auch für einen entspannten Ausflug und dauert ungefähr zwei Stunden.
Lohnt sich das Silberbergwerk Schwaz?
Ja, besonders für Reisende, die sich neben Natur auch für Geschichte und Kultur interessieren. Die Fahrt mit der Grubenbahn und die Führung durch die Stollen vermitteln einen anschaulichen Eindruck vom historischen Bergbau.